Mediation im Unternehmen! Brauchen wir denn so was wirklich?

Zeichnung aus „Das Erklärvideo für Mediation“ Bundesverband MEDIATION e.V. -Fachverband zur Förderung der Verständigung in Konflikten

Ein Konflikt im Unternehmen stört nicht nur den Arbeitsablauf, sondern kann auch ganz schön teuer werden.

Manche Führungskräfte und Unternehmer werden sich nun fragen: „Warum soll ich mich da einmischen? Das ist doch nicht unser Konflikt, sondern der der Mitarbeiter und die haben sich da allein rein manövriert und dann sollen sie da auch wieder allein raus!

Na, so einfach ist das leider nicht.

Nehmen wir an, da sind zwei Konfliktparteien. Am Anfang des Konfliktes sind es nur die beiden und dann beginnt die Misere.

Es werden Allianzen gebildet und Kollegen werden zu Mitstreitern. Irgendwann stellt sich die Fragen: 

Bist Du dafür oder dagegen?

Wie ist Deine Meinung dazu?

Was meinst Du wer hat Recht?

In der Kaffeeküche und auf dem Flur gehen die Diskussionen los. Informationen die das Unternehmen betreffen werden nicht mehr weitergeleitet. „Wenn er etwas wissen möchte – solle er mich doch Fragen!“ Solche Aussagen sind dann an der Tagesordnung.

Die Konfliktparteien sehen nur noch ihr eigenes Leid und können nicht mehr objektiv sein. Sie sind nicht mehr fähig das Problem zu erkennen und eine Lösung zu finden. Ihr ganz persönliches Dilemma beginnt und das Unternehmen wird mitgerissen…

 

Zahlen und Fakten:

Als Führungskraft und Unternehmer hat man eine Fürsorgepflicht! Nicht nur ein schönes Wort! Die Fürsorgepflicht ergibt sich in Deutschland aus §§ 617 bis 619 BGB als Nebenpflicht aus dem Arbeitsverhältnis. Weiter Gesetzen ergänzt diese mit (z. B. Fürsorgepflicht des Arbeitgebers für den Handlungsgehilfen, § 62 HGB). Der Arbeitgeber ist danach gehalten, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die jeden Beschäftigten vor Gefahren für Leib, Leben und Gesundheit schützen.

In dem Artikel in der WirschaftsWoche „Wie Zoff dem Unternehmen schadet“ wird sehr anschaulich der Konflikt in Unternehmen in Zahlen gepackt! Auch die IHK-Studie, die in diesem Artikel erwähnt wird, kommt zu dem Ergebnis: „Die Auswirkungen von Konflikten sind vielfältig: über Reibungsverluste in der Zusammenarbeit, zu Krankenständen in der Belegschaft oder sogar dem Verlust von wertvollen Mitarbeitern.“

Wenn man als Führungskraft und Unternehmer sich seiner Fürsorgepflicht bewusst ist und auch die Konfliktthemen nicht als Privatsache der Mitarbeiter stehen lässt, kann man sehr viel gewinnen.

Fehler werden minimiert, der „normale“ Arbeitsablauf kann wieder beginnen und das Betriebsklima wandelt sich. Die Mitarbeiter sind bedeutend engagierter, motivierter und kommen wieder gerne zur Arbeit. Zudem sind sie dankbar, dass man ihnen aus ihrem Dilemma geholfen hat und sie im Unternehmen Gehör gefunden haben.

Ich habe mich in meiner Facharbeit: „Implementierung eines mediativen Gesamtkonzeptes in einem Familienunternehmen“ ausführlich mit dem Thema beschäftigt.

Aus meiner Erfahrung bin ich überzeugt, wenn man sich als Führungskraft / Unternehmer der Verantwortung bewusst ist und diesen Konflikt annimmt, ergibt sich mit einer orientierten und professionellen Konfliktbehandlung eine neue Perspektive für das Unternehmen und seine Mitarbeiter.

Konflikte sind Chefsache und sollten auch so behandelt werden!

 

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