„Achtsamkeit – Ich gebe doch schon auf mein Hab und Gut acht – oder was ist gemeint?“

Achtsamkeit! Achtsam sein! Sei Achtsam! Du musst mehr Acht geben!…

Überall begegnet uns in der jüngsten Zeit das Wort Achtsamkeit – es gibt Achtsamkeitstrainer, Achtsamkeitsbücher, AchtsamkeitsPodcast und und und… aber was bedeutet Achtsamkeit denn überhaupt? Haben unsere Eltern und Großeltern denn nicht Acht gegeben? Dann stellt sich mir die Frage, auf was musste man früher acht geben und auf was müssen wir heute acht geben? Hat sich da was geändert?

Für mich hat sich einiges geändert, nicht nur persönlich, sondern vor allem unsere Zeit und die Ansprüche und Anforderungen die an uns gestellt werden, haben sich verändert…

Ja, wir müssen mehr Acht geben auf uns!

Wenn wir uns unsere Großeltern vorstellen, dann hatten sie Arbeitszeiten die klar definiert waren und die Freizeit in der sie sich mit Ihrer Familie und Freunden beschäftigten oder sich mit einem Buch oder einer Zeitschriften verkrümelt haben. Was ich sagen möchte, wir haben oft diese klar definierten Zeiten gar nicht mehr. Wenn wir uns nicht aktiv „abschalten“ dann werden wir immer gefordert, von unseren Smartphones, unseren Tablets, PC´s und was noch so alles blink und uns erinnert, dass wir schon seit einiger Zeit nicht mehr online waren. Und von der inneren Stimme die uns mahnt doch noch schnell, das eine oder andere zu erledigen, fang ich erst gar nicht an zu schreiben :o)

Auf uns strömt so viel mehr Wissen ein – laut einer Studie verdoppelt sich alle vier Jahr – in jeder Fachrichtung – unser Wissen! Alle vier Jahre verdoppelt es sich, dass ist eine enorme Geschwindigkeit und genau diese versuchen wir mitzuhalten! Nennen wir es Evolution, wir versuchen uns anzupassen. Leider ist Evolution nicht ohne Fehler und basiert auf der `Theorie „Die Bestangepassten überleben“ aber daraus folg nun gar nicht, dass es sich bei den Überlebenden zugleich um die bestmöglich Angepassten handelt.*` Und deshalb sollte auch jeder Innehalten und sich fragen ob die Richtung in die meine persönliche „Evolution“ geht, denn die Richtige für mich ist!

Ich glaube es gibt viele Wege und einen Weg heißt bei mir Achtsamkeit, fokussiert auf mich und meine Bedürfnisse!

Wie ich das schaffe? Nun, ich habe unter anderem einen tollen Autor gefunden, dessen Bücher ich inspirierend finde: Thich Nhat Hanh
Er ist Zen-Meister und bei ihm verstehe ich die Prinzipien der buddhistischen Lehren sehr gut.

In meinem Seminar greife ich die vier Arten der Nahrung wie Buddha sie gelehrt hat, in einem Programmpunkt auf. In der Praxis der Achtsamkeit ist es mir wichtig, dass meine Teilnehmer die wechselseitige Abhängigkeit von Körper und Geist klar erkennen.

Die Vier Arten der Nahrung, die Buddha gelehrt hat, zeigen uns den Weg, wenn wir aufmerksam sind – Achtsam erkennen können, was wir wirklich in unserm Leben aufnehmen möchten.

Essen und Trinken – Welche Lebensmittel, welche Qualität und wieviel nehme ich zu mir?

Sinneseindrücke – Wie füttere ich meine Sinneseindrücke, was schmecke ich, was höre ich, was rieche ich, was berühre ich, was sehe ich …

Wollen – Was ist mein innigster Wunsch? Was lässt mich Morgens aufstehen?

Bewusstsein – Was bin ich mir Bewusste? Die Worte die ich spreche, die die ich höre? Was sind meine Gewohnheiten und meine Begabungen?

Dabei trainiere ich keine Achtsamkeit – ich trainiere Aufmerksamkeit! Für mich ist das Wort Achtsamkeit gleichzusetzten mit Aufmerksamkeit! Aufmerksam sein was ich essen, was ich lesen möchte, welches Ziel ich mir stecke und aufmerksam meine Gewohnheiten überprüfen! Aber auch sich selbst aufmerksam beobachten, wann es Zeit ist sich aktiv abzuschalten. Das ist für mich die Form von aufmerksamer Achtsamkeit die ich lebe und weitergeben möchte!

Sie Fragen sich welche Achtsamkeit die Ihre ist? Finden Sie es heraus, in dem Sie anfangen aufmerksam in sich hineinzuspüren :o)

Wenn etwas entstanden ist, müssen wir dessen Präsenz anerkennen und tief in seine Natur hineinschauen. Wenn wir tief schauen, werden wir die Arten der Nahrung entdecken, die dazu beigetragen haben, dass es entstanden ist, und die es weiter nähren.

Samyutta Nikaya 2,47

Literatur:*(Wahre Lügen – Warum wir nicht glauben was wir sehen – Kai Schreiber/rowohltBERLIN)