Mediation! Was ist denn das überhaupt?

Auszug aus meiner Facharbeit „Implementierung eines mediativem Gesamtkonzept in einem Familienunternehmen.“

„3.1. Mediation:

Eine Mediation ist ein Verfahren, das sowohl als auch im Kontext von Industrie und Sozialem angewandt wird. Es ist ein außergerichtliches Verfahren, dass sich konstruktiv mit den Konfliktparteien auseinander setzt. In eine Mediation wird ein Dritter – der Mediator – herangezogen. Dieser ist allparteilich, das bedeutet, dass er beide Parteien gleichermaßen im Prozess unterstützt und begleitet und keine Partei bevorzugt. Der Mediator stellt sicher, dass die Konfliktparteien zu jeder Zeit des Prozesses die Experten des Konfliktes sind und bleiben. Die Konfliktparteien sind für die Lösung verantwortlich und werden vom Mediator lediglich prozessorientiert begleitet. Er ist ein „Konflikt-Moderator“. Eine Mediation ist grundsätzlich vertraulich, ergebnisoffen und selbstverantwortlich und freiwillig.

Bei einer Mediation durchlaufen die Parteien verschiedene Phasen. Diese sind in 4 Phasen und dem Vorgespräch aufgeteilt.

Vorgespräch

1.     Phase – den sicheren Rahmen schaffen

2.     Phase – Konfliktdarstellung

3.     Phase – Interessen und Bedürfnisse hinter den Positionen herausfiltern

4.     Phase – Lösungsfindung und Memorandum

In der Praxis gibt es unterschiedliche Wege die zu einer Mediation führen z. B. wenn bei einer Konfliktpartei der Druck der Belastung durch den Konflikt nicht mehr tragbar wird und sie eine Lösung erarbeiten möchte oder es von einen „Dritten“ (z.B. von einem Vorgesetzten aus dem Unternehmen) angeordnet wird. 

Die Konfliktparteien sollten spüren, dass der Mediator die oben genannten Grundsätze verinnerlicht hat. Durch verschiedene Instrumente, Fragetechniken, und Methoden, wie zum Beispiel dem Stuhltausch, dem Paraphrasieren, dem Selbstbild-Fremdbild-Konfrontation oder des Doppelns, begleitet er sie auf ihrem Weg aus dem Konflikt in einen Win-Win Situation. Der Mediator sollte sicherstellen, dass die Freiwilligkeit bei allen Parteien gegeben ist.“

In dem Video vom Bundesverband Mediation, ist es auch sehr schön in Bildern erklärt:

Viel Spaß beim reinschauen! 

In meinem nächste Beitrag lesen Sie: INSIGHTS MDI® Potenzial- und Motivationsanalysen! Wie kann mir das weiterhelfen?  

Mediation im Unternehmen! Brauchen wir denn so was wirklich?

Zeichnung aus „Das Erklärvideo für Mediation“ Bundesverband MEDIATION e.V. -Fachverband zur Förderung der Verständigung in Konflikten

Ein Konflikt im Unternehmen stört nicht nur den Arbeitsablauf, sondern kann auch ganz schön teuer werden.

Manche Führungskräfte und Unternehmer werden sich nun fragen: „Warum soll ich mich da einmischen? Das ist doch nicht unser Konflikt, sondern der der Mitarbeiter und die haben sich da allein rein manövriert und dann sollen sie da auch wieder allein raus!

Na, so einfach ist das leider nicht.

Nehmen wir an, da sind zwei Konfliktparteien. Am Anfang des Konfliktes sind es nur die beiden und dann beginnt die Misere.

Es werden Allianzen gebildet und Kollegen werden zu Mitstreitern. Irgendwann stellt sich die Fragen: 

Bist Du dafür oder dagegen?

Wie ist Deine Meinung dazu?

Was meinst Du wer hat Recht?

In der Kaffeeküche und auf dem Flur gehen die Diskussionen los. Informationen die das Unternehmen betreffen werden nicht mehr weitergeleitet. „Wenn er etwas wissen möchte – solle er mich doch Fragen!“ Solche Aussagen sind dann an der Tagesordnung.

Die Konfliktparteien sehen nur noch ihr eigenes Leid und können nicht mehr objektiv sein. Sie sind nicht mehr fähig das Problem zu erkennen und eine Lösung zu finden. Ihr ganz persönliches Dilemma beginnt und das Unternehmen wird mitgerissen…

 

Zahlen und Fakten:

Als Führungskraft und Unternehmer hat man eine Fürsorgepflicht! Nicht nur ein schönes Wort! Die Fürsorgepflicht ergibt sich in Deutschland aus §§ 617 bis 619 BGB als Nebenpflicht aus dem Arbeitsverhältnis. Weiter Gesetzen ergänzt diese mit (z. B. Fürsorgepflicht des Arbeitgebers für den Handlungsgehilfen, § 62 HGB). Der Arbeitgeber ist danach gehalten, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die jeden Beschäftigten vor Gefahren für Leib, Leben und Gesundheit schützen.

In dem Artikel in der WirschaftsWoche „Wie Zoff dem Unternehmen schadet“ wird sehr anschaulich der Konflikt in Unternehmen in Zahlen gepackt! Auch die IHK-Studie, die in diesem Artikel erwähnt wird, kommt zu dem Ergebnis: „Die Auswirkungen von Konflikten sind vielfältig: über Reibungsverluste in der Zusammenarbeit, zu Krankenständen in der Belegschaft oder sogar dem Verlust von wertvollen Mitarbeitern.“

Wenn man als Führungskraft und Unternehmer sich seiner Fürsorgepflicht bewusst ist und auch die Konfliktthemen nicht als Privatsache der Mitarbeiter stehen lässt, kann man sehr viel gewinnen.

Fehler werden minimiert, der „normale“ Arbeitsablauf kann wieder beginnen und das Betriebsklima wandelt sich. Die Mitarbeiter sind bedeutend engagierter, motivierter und kommen wieder gerne zur Arbeit. Zudem sind sie dankbar, dass man ihnen aus ihrem Dilemma geholfen hat und sie im Unternehmen Gehör gefunden haben.

Ich habe mich in meiner Facharbeit: „Implementierung eines mediativen Gesamtkonzeptes in einem Familienunternehmen“ ausführlich mit dem Thema beschäftigt.

Aus meiner Erfahrung bin ich überzeugt, wenn man sich als Führungskraft / Unternehmer der Verantwortung bewusst ist und diesen Konflikt annimmt, ergibt sich mit einer orientierten und professionellen Konfliktbehandlung eine neue Perspektive für das Unternehmen und seine Mitarbeiter.

Konflikte sind Chefsache und sollten auch so behandelt werden!

 

Im nächsten Beitrag lesen Sie: Mediation! Was ist denn das überhaupt?

 

Warum dieses LOGO?

Ich wurde schon mehrfach gefragt, wie ich denn zu diesem Logo gekommen bin… Bei den Überlegungen spielten viele Punkte eine Rolle. Unter anderem sollte es klar sein und das Symbol sollte meine Einstellung ausdrücken!

Und nun habe ich alle Punkte!

Das Symbol drückt aus was ich fühle und wie ich die Mediation und das Coaching sehe und verstehe.

Es ist eine Taube aus Papier in der hohen Kunst des Origami!

Eine Taube symbolisiert den Frieden und die Möglichkeit aus einer anderen Perspektive auf Aufgaben zu sehen.

Sie ist aus Papier, weil alles vergänglich ist.

Wenn man diese Taube entfaltet und man ein Blatt Papier vor sich hat, können darauf spannende Geschichten stehen.  Diese hätte man nicht gesehen, hätte man sich nicht die Mühe gemacht, nicht nur die hübsche Taube zu sehen, sondern auch das Blatt zu erkennen.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Sandra König, die mir in diesem Prozess geholfen und an meinen Mann der mich in meiner Auswahl bestärkt hat!